Gartenparadies

Immer noch sind Gärten ein Stück vom Paradies - wir sollten alles tun, um es zu bewahren. Die obigen Worte stammen von Marie-Luise Kreuter aus dem Buch 'Der Biogarten'. Wir haben das Buch von einer Freundin vor dem Start in unser erstes Gartenjahr ausgeliehen bekommen.

Gemüsebeet im ersten Gartenjahr (August) mit Zuchetti, Bohnen, Dill, Buschtomaten u.v.m.

Der Inhalt überzeugte so sehr, dass wir uns selber ein Exemplar beschafften und seither hat es uns schon viele gute Dienste geleistet.

Aber zurück zum Paradies, dem naturnahen Garten und den ersten Erfahrungen damit. Inzwischen ist es Ende August und der Höhepunkt des Gartenjahres bereits überschritten. Aber alles der Reihe nach. 

Der zu Frühlingsbeginn erstellte Plan für das Gemüsebeet wurde schon bald überholt, denn viele Pflanzen wuchsen etwas langsamer als erwartet. Doch mit den warmen Temperaturen des Frühsommers kam immer mehr Leben in den Garten. Schmetterlinge besuchten gerne den Dill und je mehr Marienkäfer sich ansiedelten, desto weniger Läuse konnte man beobachten. Die Bienen und Hummeln erfreuten sich dem auf den unbenutzten Flächen blütenden Ackersenfpflanzen. Die im Mai angesetzte Brennesseljauche reichte bis in den Juli hinein und belieferte manche Gartenpflanze mit wertvollen Nähstoffen.

Wo wir es für nötig hielten haben wir korrigierend eingegriffen und Beikräuter entfernt. Diese haben wir oft an Ort und Stelle auf den Boden gelegt. So schützte die Pflanze offene Stellen vor allzu schneller Austrocknung und von starken Regenfällen. Auch das Aufkommen von Beikräutern im Gemüsebeet konnte so auf natürliche Art entgegengewirkt werden.

Für den einen oder anderen Besucher war der Anblick dieses Gartens schon etwas gewöhnungsbedürftig. Uns war aber wichtig mit der Natur zu arbeiten und auch mal etwas zuzulassen ohne es radikal zu bekämpfen. Damit haben wir bis anhin sehr positive Erfahrungen gemacht. Immer wieder konnten wir beobachten wie sich die verschiedensten Lebewesen an der Pflanzenvielfalt erfreuten. Wir möchten auch in Zukunft mit biologischem und naturnahem Gärtnern auf unserem kleinen Stück Erde dazu beitragen, die Welt, in der wir leben, ein wenig gesünder und friedlicher zu gestalten.

Dazu nachfolgend ein Textauschnitt aus der Einführung des Buches von Marie-Luise Kreuter der zum Nachdenken anregt:

"Im sagenumwobenen Garten Eden lebten Menschen, Tiere und Pflanzen in ungestörter Harmonie. Nach der Vertreibung züngelten überall auf der Erde die Flammen von Missgunst und Feinschaft hoch. Aus dem ursprünglichen Miteinander wurde erbittertes Gegeneinander. Es blieb unserem Jahrhundert vorbehalten, diesen unaufhörlichen Krieg bis in die Gärten zu tragen. Der allgemeine Sprachgebrauch macht deutlich was geschieht: Pflanzen und Tiere werden eingeteilt in "nützlich" und "schädlich". Unkraut und Läuse müssen "bekämpft" und "ausgerottet" werden....Man nennt dies Pflanzenschutz. Aber es ist ein ungeheures Gemetzel, eine Mordmaschinerie ohnegleichen, die Schädlinge und Unschuldige gleichermassen trifft..."